Die moderne Zensur ist Selbstzensur

Im demokratischen Zeitalter haben wir hierzulande den entscheidenden Vorteil der freien Meinungsäußerung. Journalist*innen müssen nicht mit strafrechtlichen Folgen rechnen, wenn sie gegen das System anschreiben und Künstler*innen können ihrer kreativen Kritik freien Lauf lassen.

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn da sind noch die Political Correctness, ein gewisser Wertekanon und die Angst, das Gesicht zu verlieren oder die Menschen zu enttäuschen, die einem am nächsten stehen. So wird nicht zensiert, weil ein anderer mit vorgehaltener Pistole einem im Nacken sitzt, sondern weil man selbst das eigene Wort fürchtet.

Selbstzensur ist die neue Zensur. Sie passiert, mehr oder minder bewusst, aus Angst. Daneben greift die unbewusste Selbstzensur. Sie wurzelt in einem verqueren Bildungssystem, das junge Menschen nicht mehr zum kritischen Denken, sondern zum Auswendiglernen anhält.

Der in Buenos Aires lebende Künstler Al Margen zeigt in seinen Karikaturen den Weg, den die selbstzensierten Gedanken gehen.

© Bild: Al Margen

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