Mit Kindern gäb’s kein Gender Pay Gap

Ende der 1980er besang Herbert Grönemeyer “Armeen aus Gummibärchen” und “Panzer aus Marzipan”. Kriegswerkzeug aus Süßigkeiten würde keine ganzen Länder in die Steinzeit zurückbomben, sondern lediglich die Zähne schädigen. Kinder würden, so denke ich, auch heute eine andere Außen- und Verteidigungspolitik vertreten, als dies unsere Minister*innen tun.

Der norwegische Bund für Finanzangestellte, Finansforbundet, ist sich sicher, die Dreikäsehochs würden auch im Finanzsektor anders rechnen als die derzeitige Managerelite. Um diese Behauptung zu untermauern, hat man Kids einfach mal selbst zu Wort kommen lassen und dieses Video produziert:

Mädels und Jungs verrichten in dem Clip die gleiche “Arbeit”, wenn sie Vasen mit bunten Bällen befüllen. Am Ende springt für den Knaben jedoch mehr Lohn heraus als für das Mädchen. Das ist unfair!, sagen beide gleichermaßen ohne Wenn und Aber.

Die Gehälterlücke klafft auch in Deutschland. Laut statistischem Bundesamt beträgt die Differenz zwischen Mann und Frau nach wie vor 21 Prozent (Stand 2016) – zu Ungunsten des weiblichen Geschlechts. Gut ein Fünftel weniger Lohn – das macht den sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap aus. Diesen Lohnunterschied führen die Statistiker vor allem auf strukturelle Ungleichgewichte zurück.

Denn bis heute sind Frauen in Bereichen tätig, die schlechter entlohnt werden: Pflege, Erziehung usw. Um dies zu ändern, ist zunächst ein gesellschafts-politischer Umschwung gefragt, der den Stellenwert dieser Arbeiten erhöhen würde. Frauen sind jedoch auch häufiger in sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellt – von geringfügig bis Teilzeit, häufig um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Doch selbst wenn man diese strukturellen Probleme herausrechnet, bleibt eine Lohnlücke von acht Prozent bestehen. Dieses bereinigte Gender Pay Gap fußt nur auf einem Unterschied: dem Geschlecht.

© Film/Foto: Finansforbundet

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