WikiLeaks: Moderner Investigativjournalismus

WikiLeaks gehört seit seiner Gründung 2006 um Julian Assange und andere als eine der wichtigsten Informationsplattformen, wenn es darum geht, “large datasets of censored or otherwise restricted official materials involving war, spying and corruption” zu analysieren und zu veröffentlichen. “It has so far published more than 10 million documents and associated analyses.”1

Oftmals kritisiert, unter anderem wegen instraparenten Operierens und scheinbar undemokratischer Strukturen, vor allem vom ehemaligen Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg, der das Buch “Inside WikiLeaks” verfasst hat, auf dem in Teilen auch der Film “Inside WikiLeaks – Die fünfte Macht” basiert, gilt die Enthüllungsplattform dennoch als wichtiger Motor für investigativen Journalismus.

Die Organisation selbst beschreibt im Buch “The WikiLeaks Files – The World According to US Empire” ihre Arbeitsweise. Darüber hinaus enthält das Werk eine annotierte Auswahl von bereits veröffentlichten Dokumenten.

Der Journalist und Filmemacher John Pilger beruft sich beispielsweise auf die Wichtigkeit von …

… Wikileaks as a new and fearless form of investigative journalism that threatens both the war-makers and their apologists, notably journalists who are state stenographers.2

Für größeres Aufsehen sorgte WikiLeaks in der Folge des im März 2003 begonnenen Kriegs, der sich angeblich in Reaktion auf die Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September 2001 gegen den Irak und seine Führung durch Saddam Hussein wendete. Der de facto Präventivkrieg gegen das Land im Nahen Osten wurde durch den angeblichen irakischen Besitz von Massenvernichtungswaffen von den USA und dem Vereinigten Königreich gerechtfertigt. Gefunden wurden diese Waffen jedoch nicht.

Neuerlich gelangten Dokumente von den Servern im großen Stil an die Öffentlichkeit, als WikiLeaks den E-Mail-Verkehr von John Podesta, der Wahlkampfleiter für die Präsidentschaftskandidatin für die US-amerikanischen Democrats, Hillary Clinton, veröffentlichte. WikiLeaks wurde als Handlanger der Russischen Föderation defamiert, welcher wiederum der Vorwurf des Hackens gemacht wurde.3 Der angebliche Eingriff in die US-Präsidentschaftswahl durch russische Hacker konnte jedoch bisher von den US-amerikanischen Geheim- und Nachrichtendiensten nicht belegt werden.4

Konfrontiert mit Vergewaltigungsvorwürfen, weswegen in Schweden gegen Julian Assange ermittelt wurde, suchte dieser 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht, da er eine Auslieferung der britischen Behörden an die USA fürchtete, wo er wiederum wegen diverser WikiLeaks-Enthüllungen zur Verantwortung gezogen werden könnte. Assange und seine Unterstützer*innen gingen und gehen davon aus, dass ein veraltetes Gesetz, der sogenannte Espionage Act von 1917, genutzt werden würde, um ihn als militärischen Spion, und nicht als Enthüllungsjournalisten, vor Gericht zu stellen.

Bereits Bradley bzw. Chelsea Manning fiel diesem Paragrafen zum Opfer, und auch der Whistleblower Edward Snowden, derzeit mit Asyl in Russland, fürchtete wegen seiner NSA-Enthüllungen das gleiche Schicksal.

Der Dokumentarfilm “Citizenfour” erzählt von den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters. Das Team um Laura Poitras traf Snowden dafür in Hong Kong. Mit dem Film “Snowden” lieferte Oliver Stone im Jahr 2016 einen Streifen für die große Leinwand, der unter anderem von der Flucht Snowdens von Hong Kong nach Moskau erzählt. Edward Snowden wird gespielt von Joseph Gordon-Levitt.

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© Bilder: WikiLeaks

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