Simon Veith ist nachhaltiger Fotograf: warum denn das oder – warum eigentlich nicht?

In „Das psychologische Jahrhundert“ tönt Musik-Kabarettist Rainald Grebe: „und dass es jetzt vegane Handtaschen gibt …“. Manchmal ist das Gesudel um gesund, bio und fair einem doch zu viel. Tja, und dann lese ich vom ersten nachhaltigen Profifotografen Deutschlands. Warum denn das oder – warum eigentlich nicht?

Simon Veith ist durch das Reisen zur Fotografie gekommen. Um die Erlebnisse eines Thailandaufenthalts festzuhalten, investiert er 2012 in seine erste Systemkamera von Sony. Nachhaltig sind zunächst vor allem: die Eindrücke. Doch der Stein ist ins Rollen gekommen. Immer wieder, auch während seines Studiums, hat man Simon mit Digitalkamera in der Hand gefunden. Bilder jenseits der SD-Karte macht er aber auch. Durch den Tod seines Onkels hat Simon Zugang zur analogen Fotografie gefunden und sich gleich Hals über Kopf in die Materie gestürzt. Seither strebt er danach, seine Fähigkeiten als autodidaktischer Fotograf stets voranzutreiben. 2016 wagt er den Sprung in den Selbstständigkeit und ruft „Simon Veith – nachhaltige Fotografie“ ins Leben.

Und was ist daran anders als bei anderen Fotoateliers?

Noch vor dem Entschluss, Berufsfotograf zu werden, werkelte Simon an einem anderen Projekt im Kölner Co-Working-Space „Colabor – Raum für Nachhaltigkeit“.

Ich finde es einfach großartig, mich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und vor allem Sachen erleben zu können.

Auf die Frage, was für ihn den Ausschlag gegeben habe, die Bildkunst mit Nachhaltigkeitsfaktor zu betreiben, antwortet Simon:

Natürlich meine eigene Überzeugung und auch die tolle Szene in Köln.

So war klar, dass die Fotografie auch nachhaltig werden muss – mit einer klimaneutralen Arbeitsweise sowie umweltfreundlichen und sozialen Kunden. Auf seiner Website erfahren wir, wie das geht.

Simons Büro wird mit Ökostrom betrieben und sein Hosting ist grün. Daneben setzt Simon auf den guten, alten Drahtesel, um voranzukommen. Wenn er mal über Kölns Tellerrand hinausblicken möchte, bietet sich klimafreundliches Car Sharing an. Außerdem stapeln sich auf seinem Schreibtisch keine Berge von Papier, denn sein Büro ist papierlos. Um als Vorbild voranzugehen, bezieht Simon seine Lebensenergie vorzugsweise bio-regional und verzichtet dabei ganz auf tierische Produkte.

Doch wie sieht es nun mit dem Equipment aus?

Ohne professionelles Werkzeug kann er als Kreativer nicht arbeiten. Auf seiner Website sorgt er für Transparenz und schreibt:

Kamera, Stativ, Objektive, Licht. Qualität sowie Aktualität sind wichtig, um hochwertige Ergebnisse zu liefern. Ich arbeite mit Sony-Kameras, Zeiss-Objektiven, Rollei-Stativ und Licht von Multiblitz. Dabei achte ich auf regionale Produkte und nachhaltige Produktion. Außerdem nutze ich den Verleih von Calumet bei Equipment, das ich selten verwende.

Sehen nachhaltige Fotografien anders aus?

Art deli ist Simon mit seinem erfrischend authentischen Portfolio aufgefallen. Das typische Hochglanz-Einerlei sucht man auf seinen Webseiten vergebens. Stattdessen liefert er lebendige Porträtaufnahmen und spannende Reportagefotos sowie kreative Werbebilder für nachhaltige Unternehmen.

 

Neben lebensnahen Aufnahmen, die Menschen so zeigen, wie sie sind (Vielleicht magst Du Dich ja auch mal von ihm ablichten lassen?), liegt ihm ein Projekt besonders am Herzen.

In der Serie „Vorbildliche Nachhaltigkeit – Unternehmen im Portrait“ wirft er einen Blick auf nachhaltige Unternehmen. Wenn Du ein solches führst oder eines kennst, das Simon unbedingt in sein Projekt aufnehmen sollte, zögere nicht, ihn zu kontaktieren.

Was in Zukunft noch folgen wird, art deli ist gespannt. Du auch?

© Bilder: Simon Veith

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